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Slammen für die Wissenschaft

 

Wie lassen sich junge Menschen für die Wissenschaft begeistern und über die Landesgrenzen hinaus vernetzen? Ganz einfach: mit einem Science Slam. Am 18. Oktober 2011 brachte das Deutsch-Russische Forum e.V mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erstmalig drei deutsche und vier russische Slammer zusammen (siehe Topthema) – jeweils zehn Minuten lang zeigten sie auf der Bühne, was in ihnen steckt.

Der erste deutsch-russische Science Slam in Hannover fand anlässlich eines Young-Leader Seminars für deutsche und russische Nachwuchsführungskräfte zum Thema „Führungskräfte in Wirtschaft und Forschung – Verzahnen, vernetzen, voneinander lernen“ statt. Vor dem alles entscheidenden „Duell“ wurden die vier Wissenschaftler aus Russland, die zum ersten Mal auf der Bühne standen, drei Tage lang beraten und von einem Coach trainiert – mit Erfolg!

Der Gewinner der russischen Seite, Ovik Nagapetian, stellte ein System aus 15 Differentialgleichungen vor (siehe Beitrag auf YouTube und hielt das Publikum mit der Frage in Atem, wie wahrscheinlich ein Erfolg bei den anwesenden Damen sei. Diesen darf er bei einer von TUI gesponserten Reise zu einem der nächsten Slams in Berlin erproben.

Auch Geisteswissenschaftler waren vertreten: Politologin Olga Schischkina aus Moskau präsentierte Karikaturen und Bilder, die sie früher allenfalls ihren Freunden auf Facebook gezeigt hätte. Damit aber gelang es ihr, Licht auf die Russland- und EU-Politik im neuen Osteuropa zu werfen und auf die Frage, ob es „Licht am Ende des Gastunnels gibt“.

Spannung kam an diesem Abend auch bei Christiane Licht auf. Die Medizinstudentin slammte über Kryptographie und eine von ihr erfundene Geheimsprache aus Musiknoten. Zur Demonstration diente ihr eine Klarinette, auf der sie eine chiffrierte Melodie aus dem beliebten sowjetischen Trickfilm „Jezhik v tumane“ zum Besten gab.

Während das Publikum Bier und Wein genoss, wusste Archäologin Olga Brilewa zu berichten, was die Menschen im Kaukasus vor tausend Jahren tranken. Das Thema wurde vom Slam-Sieger auf deutscher Seite Peter Westerhoff gerne aufgenommen. Aus streng wissenschaftlicher Perspektive begründete er, dass Trinken gesünder als Anstoßen ist – zumindest für Träger von Schulterprothesen: Peter Westerhoff untersucht die Belastbarkeit von Implantaten (siehe Beitrag auf YouTube. Der glückliche Sieger der deutschen Seite durfte auch bereits eine Woche zuvor in Berlin aufs Treppchen und ist überzeugt: „Mit Alkohol und Fußball kriegst Du die Leute immer rum“.

Einen kräftigen Schluck vom Destillat nahm auch Sara Hundertmark zum Schluss ihres Vortrages über Didaktik in Chemie. Das war ihr vierter Slam und drei davon, so auch diesen, hat ihr Doktorvater miterlebt. Prof. Dr. rer. nat. Sascha Schnanze lauschte natürlich mit Stolz seinem Schützling, hatte sich ansonsten aber vor allem auf die Beiträge von den Kollegen aus dem Ausland gefreut. Und zwar nicht umsonst: Anna Litwinenko erzählte den Deutschen über die Deutschen. Als Leiterin des Deutsch-Russischen Zentrums für Journalistik in Sankt-Petersburg beschäftigt sie sich schließlich professionell mit der Mediatisierung der deutschen Gesellschaft.

Die Wissenschaftler beider Länder haben noch viel mehr zu zeigen und bereiten schon jetzt eine neue Portion spannender Themen vor. Der nächste deutsch-russische Slam ist im Herbst 2012 im Rahmen des Deutschlandjahres in Russland in Moskau geplant. Dort soll es ein Wiedersehen mit dem deutschen Sieger Peter Westerhoff geben.

Autorin: Evgenija Sayko, Fernsehjournalistin aus Omsk und Teilnehmerin des Young Leader Seminars des Deutsch-Russischen Forums e.V

Fotos: Bella Bellinsky

Das vollständige Info-Bulletin, finden Sie hier.

Weitere Informationen über das Deutsch-Russische Forum e.V finden Sie hier.

 

Hier eine kleine Übersicht der Teilnehmer und Themen

Olga Schischkina

MGIMO Moskau

Außenpolitische Ressourcen Russlands und die EU im neuen Osteuropa

Sarah Hundertmark

Leibniz-Universität Hannover

Aufgelöst - Was Schüler über Zucker denken und Lehrer hören wollen

Ovik Nagapetjan

Technische Bauman Uni Moskau

Mathematisches Modell des effektiven Verführens

Christiane Licht

Universität Münster

Kryptografie und Musik

Anna Litvinenko

Staatl. Universität St. Petersburg / Dt.-russ. Institut f. Journalistik

Deutschland: Eine mediatisierte Gesellschaft?

Peter Westerhoff

Charite Berlin

Instrumentierte Implantate

Olga Brileva

Staatliches Museum für orientalische Kunst

Was haben die alten Götter des Kaukasus getrunken?

 

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