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Fachtagung in Weingarten: „Hier die Russen – dort die Deutschen“

 

Derzeit leben rund 600.000 Russlanddeutsche in der Russischen Föderation, in Deutschland sind es zwischen zwei und drei Millionen. Doch was bedeutet es überhaupt, russlanddeutsche Wurzeln zu haben, hier wie dort? Mit dieser gesellschaftsrelevanten Frage befasst sich eine internationale Fachtagung vom 9. bis 10. Dezember 2011 in Weingarten.

Nicht umsonst trägt die Tagung „Hier die Russen – dort die Deutschen“ den Untertitel: „Ressourcen und Defizite der Integration russlanddeutscher Jugendlicher“. Viele junge Russlanddeutsche stehen vor großen Herausforderungen, müssen sich in unterschiedlichen Wertesystemen zurechtfinden, den Spagat zwischen Entwurzelung, Ausgrenzung und Integration meistern. Erschwert wird dies oftmals durch unzureichende Sprachkenntnisse, schwierige Bildungsbiografien, mitunter Delinquenz oder psychosomatische Störungen. Doch wie schafft man es, jungen Russlanddeutschen eine Perspektive zu geben, dafür zu sorgen, dass sie dazugehören und ihren Platz in der Gesellschaft finden, in Russland wie in Deutschland?  

Brücken bauen, Verbindungen schaffen

„Unser Anliegen ist es nicht, Russlanddeutsche als ein schwieriges Klientel hier vorzuführen und Intervention zu fordern. Wir wollen versuchen, uns gegenseitig kompetenter zu machen, um besser zu verstehen, was es bedeutet, russlanddeutsche Wurzeln zu haben“, betont PD Dr. Michael C. Hermann, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und einer der Tagungsleiter. Nach einer kurzen thematischen Einführung von Frau Ministerialdirektorin Dr. Margret Ruep kommen dann gleich junge Russlanddeutsche zu Wort und berichten von ihren Erfahrungen zwischen zwei Welten. Anschließend beleuchten Experten aus Russland und Deutschland nahezu alle Aspekte rund um die Situation der Russlanddeutschen, angefangen von der Geschichte bis hin zu Integrationsschwierigkeiten und Unterstützungsmöglichkeiten in Schule, Jugendhilfe, Strafrechtspflege und Jugendarbeit. An einer Abschlussdiskussion nehmen unter anderem der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge teil. Musikalisch wird die Tagung von Nikita Gorbunov, einem aus Moskau stammenden und inzwischen in Stuttgart lebenden Liedermacher, umrahmt (Details siehe Programm ). Teile der Tagung werden von SWR International und „Voice of Russia“ aufgezeichnet.

Dialog für die Zukunft

Die von der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Pädagogischen Hochschule Weingarten organisierte Konferenz findet im Rahmen des „Deutsch-Russischen Wissenschaftsjahres“ statt und wird vom deutschen und russischen Bildungsministerium unterstützt. Mitveranstalter sind ferner das Kultus- und das Integrationsministerium Baden-Württemberg , das Landesinstitut für Präventives Handeln des Saarlandes und die Europäische Akademie für Zivilgesellschaft Moskau. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 100 Teilnehmern.

Diese Tagung baut auf einer breiten Kooperation unterschiedlicher Träger auf und bringt den deutsch-russischen Dialog weiter voran. Daher ist sie auch eines der 14 geförderten Projekte des Ideenwettbewerbs zum Wissenschaftsjahr . Während sich die anderen Gewinner meist auf technisch-naturwissenschaftliche Fragestellungen fokussieren, ist diese Tagung ist eines der wenigen Projekte im Bereich der Sozialwissenschaften und das einzige, das Migration und das junge Menschen zum Gegenstand hat. Ein Zukunftsthema eben!

Kontakt:

Dr. Rainer Öhlschläger, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart:

oehlschlaeger@akademie-rs.de

PD Dr. Michael C. Hermann, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg:

Michael.Hermann@km.kv.bwl.de

 

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